Wer kam auf die Idee mit dem Ackerprojekt?
Die Idee, für die 7. und 8. Klassen einen Acker zu pachten und dort mit Tieren und Pflanzen zu arbeiten, entstand in einer Projektgruppe, die vor ungefähr zweieinhalb Jahren erstmals zusammenkam. Eine Reihe von Kolleginnen und Kollegen hatten den starken Wunsch, am Unterricht etwas zu ändern. Wir haben dann eine ganze Weile gesucht, was man machen könnte, bis ich auf die Stiftung „Ackerdemia“ gestoßen bin, die uns bei unserem Ackerprojekt unterstützt. Wir denken, dass wir den Unterricht öffnen sollten, da man nicht nur „theoretisch“ im Klassenraum, sondern auch ganz praktisch unter freiem Himmel viele Dinge lernen kann, indem man nicht nur seinen Kopf, sondern auch seine Hände benutzt. Beim Anbauen, Pflegen der Pflanzen, Ernten oder bei der Tierhaltung findet jeder irgendwo seinen Platz, wo er oder sie sich einbringen kann und eigene Stärken entdeckt werden. Das stärkt die Klassengemeinschaft und fördert das Selbstvertrauen. Daher haben wir die Idee ja auch „Soziales Lernen am Projekt“, oder kurz SoLaP, getauft. Nach einem halben Jahr Erfahrung stellen wir fest, dass wir uns bei unseren Erwartungen keineswegs getäuscht haben.
Gab es noch andere Ideen für ein großes Projekt?
Es gab anfangs recht viele Ideen, z.B. ein Klangprojekt, mit und in dem Wald zu arbeiten oder soziale Projekte. Manches konnten wir in unser Acker-Projekt integrieren, da sich dort ja auch ein kleines Wäldchen befindet.
Wie läuft so ein Tag auf dem Acker für die Schüler ab?
Das ist ganz unterschiedlich, da immer andere Tätigkeiten, je nach Jahreszeit, erforderlich sind. Im kommenden Frühling wird es erst einmal darum gehen, den Boden zu bearbeiten. Glücklicherweise müssen wir das nicht alles mit dem Spaten bewältigen, sondern haben Unterstützung von Landwirten und sogar Schülern, die mit einem Trecker kommen und uns unterstützen. Natürlich steht dann das Aussäen oder Pflanzen an und wenn alles gut läuft (und wir nicht wieder einen so heißen und trockenen Sommer bekommen), hoffentlich auch eine reichhaltige Ernte. Neben der praktischen Arbeit geht es dann auch darum, wie der Boden „gepflegt“ und verbessert werden kann, jede Menge Wissen rund um das Pflanzenwachstum und dann natürlich, was mit der Ernte geschehen soll.
Inwiefern setzen sich auch die anderen Lehrkräfte für das Projekt ein?
Ein so großes Projekt könnte nicht laufen, wenn es nicht von ganz vielen Menschen, Lehrerinnen und Lehrern, Eltern sowie Schülerinnen und Schülern angeschoben werden würde. Zunächst haben fast alle Fachschaften ziemlich gute Ideen entwickelt, wie ihre Inhalte in das Acker-Projekt eingebracht werden könnten. Dann gibt es ja eine regelmäßig tagende Projektgruppe, an der jeder teilnehmen kann. Dort bringen sich viele Eltern und auch Schülerinnen und Schüler und natürlich auch Lehrerinnen und Lehrer ein und entwickeln gemeinsam tolle ldeen. Über 20 Kolleginnen und Kollegen neben in einigen Wochen an einer Fortbildung zum Thema „Schulacker“ teil. Das ist toll! Am 29. März gibt es übrigens eine große Kick-off-Veranstaltung, die unser Projekt der Schulöffentlichkeit weiter vorstellt wird.
Hätten Sie sich als Schüler in der 8. Klasse auch so ein Projekt gewünscht?
Jaaaaaaaaaaaaaa!
Abschließend haben wir noch eine persönliche Frage: Arbeiten Sie selber gerne im Garten?
Auch jaaaaaa. Ich fand es früher im Garten meiner Eltern immer total langweilig. Inzwischen finde ich Gärtnern großartig. Es ist toll zu sehen, wie im Garten etwas wächst, was man dann vielleicht ernten kann. Gemeinsames Gärtnern macht aber noch mehr Spaß!
